Der Olympia Zirkus zieht weiter

Die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro sind beendet. Zwischen dem 7. und dem 18. September werden die Paralympics in Rio de Janeiro ausgetragen aber die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit zieht weiter. Die Hinterlassenschaften, wie die riesigen Sportanlagen, die vermutlich bald zu Ruinen verfallen oder der gigantische Schuldenberg, bleiben den cariocas aber noch lange erhalten.

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Foto: Niklas Franzen

Der Olympia Blog Spiele der Ausgrenzung wird weiterhin als Dokumentation des Protests gegen die Olympischen Sommerspiele 2016 zur Verfügung stehen. Sobald umfassendere Analysen zu Olympia veröffentlicht sind werden wir auf diese auch an dieser Stelle verweisen. Von der aktuellen Berichterstattung verabschieden wir uns allerdings mit diesem Eintrag.

Allgemeine Nachrichten zu Brasilien findet ihr wie gewohnt auf der KoBra-Website.

PS: In Tokyo regt sich übrigens auch schon Widerstand gegen die nächste Station des Olympia-Zirkus.

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Die Spur der weißen Elefanten (Video)

Der Dokumentarfilm “Die Spur der weißen Elefanten” der portugiesischen Filmemacherin Lourdes Picareta zeigt, wie sich Sport zunehmend als großes Geschäft darstellt und welche katastrophalen Auswirkungen der “Wanderzirkus Megaevent” auf die ausrichtenden Städte hat. Neben Athen und Paris steht die brasilianische Metropole Rio de Janeiro im Fokus.

Der Film ist auf der Seite des deutsch-französischen Fernsehsenders Arte verfügbar.

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Platte Lügen und weiße Privilegien

Der Fall des US-Schwimmers Ryan Lochte erregt die Gemüter in Brasilien. Der 12-fache Goldmedaillengewinner hatte ausgesagt, Banditen in Polizeiuniform hätten ihn auf dem Rückweg von einer Party überfallen. Die Geschichte entpuppte sich als Lüge. Laut den Ermittlungen der Polizei hatten Lochte und drei seiner Teamkollegen betrunken in einer Tankstelle randaliert und sich mit dem Sicherheitspersonal angelegt. Die US-amerikanische Journalistin Britni Danielle bezeichnete den Vorfall in einem Artikel des Ebony-Magazins als „Inbegriff für weiße Privilegien“:

„Instead, Lochte is being given the benefit of the doubt by folks who are “waiting for all the details” before they make a determination about the swimmer’s story, or arguing that what he did wasn’t actually lie but rather “embellish” the truth. 

Listen, it’s clear White privilege is real.  White folks don’t really have to worry about getting racially profiled; they can fight, pull a gun, or shoot at police and still live; they qualify for better home loans; get called for job interviews; and apparently, they are given the benefit of the doubt when they’re caught up in a blatant lie that sparks an international scandal.“

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Lochte und Teamkollegen beim Verlassen der Tankstelle

Der komplette Artikel ist hier verfügbar (in Englisch).

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»Es ist wie bei Robin Hood – nur umgekehrt«

Interview in der Jungle World mit dem brasilianischen Urbanisten Carlos Vainer über die Olympischen Spiele und deren sozioökonomische Auswirkungen.

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Carlos Vainer ist ein brasilianischer Urbanist, Ökonom und Soziologe. Er leitet das Institut für Stadtplanung an der Bundesstaatlichen Universität von Rio de Janeiro (UFRJ), das unter anderem zu den sozioökonomischen Auswirkungen von Megavevents wie der Fußballweltmeisterschaft oder den Olympischen Spielen forscht. Vainer ist Autor mehrerer Bücher und einer der schärfsten Kritiker von sportlichen Großveranstaltungen als Motor neoliberaler Stadtpolitik. Continue reading »Es ist wie bei Robin Hood – nur umgekehrt«

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„Narrative zu produzieren bedeutet, Sinn über das Leben, eine soziale Gruppe, Menschen, Orte und Länder zu produzieren.“

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Thayná (links) will Schwarze Filmkultur sichtbarer machen © Alile Dara Onawale

Die Brasilianerin Yasmin Thayná hat vergangenes Jahr den Kurzfilm „Kbela“ gedreht (Wortspiel aus Cabelo = Haare und Beleza = Schönheit), in dem es darum geht, sich als Schwarze Frau mittels der eigenen natürlichen Haare von weißen Schönheitsidealen zu lösen. Außerdem initiierte sie Afroflix – eine Homepage, auf der Filme gesammelt werden, in denen Schwarze mindestens eine leitende Funktion einnehmen. Mit Missy sprach die 23-Jährige über die Olympischen Spiele, Rassismus in Brasilien und die Motivation hinter ihrer Arbeit. Continue reading „Narrative zu produzieren bedeutet, Sinn über das Leben, eine soziale Gruppe, Menschen, Orte und Länder zu produzieren.“

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Überlebenskampf in Rio de Janeiro (Video)

Bericht des ARD-Magazins ttt-titel,thesen,tempramente zu einer Wohnungslosensiedlung im Westen von Rio de Janeiro. Verfügbar hier.

In der heruntergekommenen Häusersiedlung “Copacabana Palace” in Rio de Janeiro leben etwa 1.000 Menschen in extremer Armut. Der deutsche Fotograf Peter Bauza hat acht Monate lang mit ihnen zusammengelebt und sie fotografiert.

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Wieder Proteste gegen „Spiele der Ausgrenzung“

Am Sonntagabend haben mehrere Bewohner*innen der Vila Autódromo eine Kundgebung vor dem Olympischen Park abgehalten. Auf den Bannern der Aktivist*innen hieß es: „Der Staat ist der Terrorist“, „Spiele der Ausgrenzung“ und „Olympische Katastrophe“.

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Dossier zu Olympia von der Bundeszentrale für politische Bildung

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Laufen, Springen, Ballspielen: Menschen in allen Kulturen treiben Sport. Früher kamen Sportarten durch Kolonialmächte in ein Land, heute verbreiten sie sich durch weltweit übertragene Massensportereignisse wie die Olympischen Spiele. 2016 ist Brasilien Gastgeber des Megaevents. Das Land befindet sich in einer politischen Krise und das Ansehen der Spiele hat durch Dopingskandale gelitten. Wofür steht der Sport, außer für Wettkämpfe und wie geht es dem größten Land Lateinamerikas? Ein Themenschwerpunkt

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Brasilianische Diskuswerferin gegen Diskriminierung

By Tânia Rêgo/Agência Brasil [CC BY 3.0 br (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/br/deed.en)], via Wikimedia Commons
Noch trainiert sie – aber im September bei den Paralympischen Spielen in Rio möchte die brasilianische Sportlerin Rosinha dos Santos wieder Medaillen gewinnen. Zweimal Gold holte sie bereits bei den Spielen in Sydney 2000 – jetzt möchte sie auch in Rio gewinnen. Ihre Disziplinen sind Kugelstoßen und Diskuswerfen. Für viele Menschen in Brasilien, die mit Behinderungen leben, ist die Athletin ein Vorbild. Die ehemalige Hausangestellte kämpft für Chancengleichheit und das Recht auf eine barrierefreie Umwelt. Sport ist dafür ein gutes Mittel.

Audio-Beitrag -7 min (mp3):

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